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Brief

An die Mitglieder im Rat der Stadt Bad Münder

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

in Kürze steht die Entscheidung über eine zeitgemäße Baumschutzsatzung für Bad Münder an. Deshalb bitten wir Sie, durch Ihre Zustimmung ein Zeichen zu setzten, dass Sie in Bad Münder den Naturschutz und die ehrenamtliche Arbeit unserer Verbände ernst nehmen und unterstützen.

Eine Baumschutzsatzung ist nichts Negatives, sie verbietet nichts. Sie soll zum Nachdenken und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Baumschutz anregen und dadurch das unbedachte Fällen von Bäumen vermeiden.

In einer Zeit, in der der Klimawandel längst auch bei uns hier im Deister- Sünteltal angekommen ist ,ist der Schutz alter Bäume wichtiger denn je. Bäume sind ein wichtiger Bestandteil unserer Städte und Dörfer, sowie der sie umgebenen Landschaft. Bäume sind wertvolle CO2 Speicher und sorgen für ein gesundes Kleinklima in Städten und Dörfern in dem sie die Luft kühlen und befeuchten. In Zeiten immer längerer Hitze- und Trockenperioden ist dies wichtiger denn je. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität.

Aber nicht nur das, Bäume, Hecken und Streuobstwiesen sind auch wichtige Lebensräume für zahlreiche Tierarten, insbesondere von bedrohten Insekten. So wurden in alten Apfelbäumen schon viele 100 Insektenarten gezählt und durch die Untersuchung alter Hecken haben Wissenschaftler in Deutschland etwa 10.000 Spezies entdeckt.

Daher sollte man Bäume nicht einfach fällen, weil sie „Dreck“ machen oder kurzfristigen egoistischen Interessen im Wege stehen. Bäume machen keinen Dreck, sie filtern den Dreck und Staub, den wir mit unseren Autos und der Industrie in die Luft pusten, sie produzieren den Sauerstoff, den wir zum Leben brauchen. Eine Eiche kann 1000 Jahre alt werden, das sind mehr als 10 Menschengenerationen. Sie zu fällen dauert nur wenige Stunden....

Wir denken Bäume, Hecken und Streuobstwiesen haben unseren Respekt und unseren Schutz verdient.

Sicher, viele Menschen gehen bedacht und verantwortungsvoll damit um, sie brauchen dafür keine Baumschutzsatzung. Aber leider gibt es einige wenige, die dies nicht tun und für diese Menschen brauchen wir eine zeitgemäße Baumschutzsatzung.

Im letzten Jahr haben sich unsere Landwirte mit der Unterzeichnung des „Niedersächsischen Weges“ zu mehr Verantwortung und Naturschutz bekannt und damit zusammen mit dem NABU und BUND ein Zeichen gesetzt. Eine Baum und Heckenschutzsatzung wäre die konsequente Fortführung dieses Weges.

In Artikel 14 unseres Grundgesetzes steht, dass Eigentum verpflichtet. Von Bäumen und Hecken profitieren wir alle, auch die Menschen, die keinen eigenen Grund und Boden haben, auf dem Bäume und Gehölze stehen. Für diese Menschen trägt jeder Grundeigentümer eine Mitverantwortung.

Gerade Sie als Vertreter aller Bürger und Bürgerinnen sollten sich der Natur verpflichtet fühlen und sich für deren Schutz einsetzen. Eine Baumschutzsatzung, die auch ein Stück soziale Gerechtigkeit wiederspiegelt, sollte für Sie eine Herzensangelegenheit sein.

 

Wir appellieren an Sie, übernehmen Sie Verantwortung für künftige Generationen, stimmen Sie im Rat der Stadt Bad Münder für eine neue moderne Baumschutzsatzung.

 

 

Michael Meier                   (Heimatbund Bad Münder)     
Matthias Großmann       (NABU Bad Münder)      
Kai Kunze                            (BUND Hameln-Pyrmont)    
Dr. Michael Rhode         (Prof. an der Leibnitz  Universität Hannover)   

 

                                                                                                      

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Pressemitteilung Baumschutzsatzung
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Leserbrief zum Artikel „Land will Volksbegehren zu Naturschutz verhindern

„Merkwürdiges Demokratieverständnis der Minister Lies und Kinast

Wenn über 120 Verbände, Parteien und Wissenschaftler mit zusammen mehr als 300.000

Mitgliedern ihr demokratisches Grundrecht wahrnehmen und ein Volksbegehren auf den Weg

bringen, zeugt es von einem merkwürdigen Demokratieverständnis, wenn zwei Minister unserer

Landesregierung dieses Grundrecht öffentlich in Frage stellen und „stoppen“ wollen.

Auch die wiederholten öffentlichen Falschbehauptungen zu Aussagen des NABU

Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann, um ihn persönlich zu diskreditieren und unter Druck zu

setzen, sind eines Ministers, einer Ministerin unwürdig und auf das Schärfste zu verurteilen.

Das Volksbegehren auf den Weg zu bringen, war keine einsame Entscheidung von Herrn Dr.

Buschmann, sondern wurde auf einer Landesdelegiertenversammlung des NABU mit 99,5%

Mehrheit beschlossen. Der NABU ist ein Verband mit demokratischen Strukturen, dies sollte

unseren Landesministern eigentlich nicht fremd sein.

Es ist absolut legitim, dass die Minister eigene Vorschläge auf den Tisch legen und darüber eine

kontroverse Diskussion geführt wird. Die Entscheidung darüber, welches der beste Weg zu mehr

Natur- und Artenschutz ist, sollte dann bei allen Bürgern und Bürgerinnen liegen. Dafür ist das

Volksbegehren und ein sich ggf. daran anschließender Volksentscheid der beste und einzig wirklich

demokratische Weg.

Der NABU ist aus der Erfahrung der letzten 30 Jahre der Meinung, dass freiwillige Vereinbarungen

das Artensterben leider nicht stoppen konnten, auch wenn sich ein Großteil der Landwirte durchaus

daran hält, ein nicht ganz kleiner Teil aber eben auch nicht. Wer sich an freiwillige Vereinbarungen

halten will, braucht sich vor Gesetzen nicht zu fürchten. Daher brauchen wir das Volksbegehren.

Matthias Großmann, NABU Bad Münder

Leserbrief

Leserbrief zum Artikel „Kein ernst zu nehmender Partner“ vom 9. Juni.20 in der NDZ

Sachlich bleiben, statt Polemik zu verbreiten

 

Wer die Vereinbarungen des „Niedersächsischen Weges“ ernst nehmen will, braucht vor einem

Volksbegehren keine Angst zu haben und sollte dies unterstützen, statt den NABU öffentlich zu

diskreditieren.

Die im Niedersächsischen Weg getroffen Vereinbarungen sind gut, aber eben kein Gesetz, sondern

nur eine Vereinbarung auf freiwilliger Basis, während ein erfolgreiches Volksbegehren in ein Gesetz

münden würde, das den Landwirten eine ganze Reihe von finanziellen Vorteilen bringt, wenn sie

Maßnahmen zum Artenschutz umsetzen. Die Straßenverkehrsordnung würde auf freiwilliger Basis auch nicht funktionieren. Selbst wenn 90 % der Autofahrer freiwillig bei rot an der Ampel halten und nur 10 % trotz rot weiter fahren, wären die Folgen fatal.

Das Artensterben hat in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Und es sind

besonders die Arten betroffen, die in der Agrarlandschaft leben, das ist durch wissenschaftliche

Studien erwiesen und wird niemand ernsthaft bestreiten können. Freiwille Vereinbarungen haben

dies bisher nicht stoppen können, daher brauchen wir verbindliche Regeln.

Die Landwirtschaft steht vor dem Scherbenhaufen einer seit über 30 Jahren falschen

Landwirtschaftspolitik und einer Lobbyarbeit des Bauernverbandes, die einseitig Großbetriebe und

Agrarindustrie gefördert hat. Mit fatalen Folgen für die Natur und Artenvielfalt.

Dies ist nicht die Schuld des NABU !

Landwirten, die an der Erhaltung einer bäuerlichen, familiären Landwirtschaft interessiert sind und

so wirtschaften wollen, das Natur- und Artenvielfalt erhalten bleiben, bietet das Volksbegehren eine

einmalige Chance hierfür auch entsprechende Fördermittel zu bekommen. Sie sollten diese Chance

nutzen. Dann würde auch die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung wieder deutlich

steigen.

Der NABU ist hierfür ein sehr ernst zu nehmender Partner, denn er steht nicht allein da, sondern hat

allein in Niedersachsen über 100.000 Mitglieder und das Volksbegehren wird von über 130

Verbänden, Parteien und Wissenschaftlern unterstützt, die ein breites Spektrum der Bevölkerung

repräsentieren. Informationen zum Inhalt des Volksbegehrens kann jeder unter www.artenvielfaltniedersachsen.

jetzt bekommen.

Matthias Großmann, NABU Bad Münder - im Namen des gesamten Vorstandes-

Volksbegehren ARTENVIELFALT JETZT! - 2020

Von Seiten der Landwirtschaft werden derzeit bewußt viele Falschmeldungen zum Volksbegehren und zum „Niedersächsischen Weg“, einer reinen Absichtserklärung zu mehr Naturschutz, verbreitet.

Wenn die Landwirte die Vereinbarungen des „Niedersächsischen Weges“ wirklich ernst nehmen und auch umsetzen wollen, brauchen Sie vor dem Volksbegehren keine Angst zu haben und sollten es unterstützen, denn das Volksbegehren ist nicht anderes, als die konsequente Umsetzung der Ziele des Niedersächsischen Weges, der

nur eine Absichtserklärung ohne verbindliche gesetzliche Regelungen ist.

Ein erfolgreiches Volksbegehren mündet dagegen in verbindliche Gesetze, an die sich alle halten müssen und es garantiert den Landwirten Ausgleichszahlungen für Leistungen für den Natur- und Artenschutz.

Das Artensterben hat in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen und es sind besonders die Arten betroffen, deren Lebensraum die Agrarlandschaft ist. Dies ist durch wissenschaftliche Studien erwiesen und das wird niemand ernsthaft in Frage stellen. Freiwillige Vereinbarungen haben dies bisher nicht stoppen können, daher

brauchen wir verbindliche Regeln.

Die Straßenverkehrsordnung würde auf freiwilliger Basis auch nicht funktionieren. Selbst wenn 90 % der Autofahrer freiwillig bei Rot an der Ampel halten und nur 10 % trotz rot weiter fahren, wären die Folgen fatal.

Die Landwirtschaft steht vor dem Scherbenhaufen einer seit über 30 Jahren falschen Landwirtschaftspolitik und einer Lobbyarbeit des Bauernverbandes, die einseitig Großbetriebe und Agrarindustrie gefördert hat. Mit dramatischen Folgen für die Natur und Artenvielfalt. Dies ist nicht die Schuld des NABU!

Daher bietet das Volksbegehren gerade auch der bäuerlichen Landwirtschaft eine große Chance Fördermittel zu bekommen und damit ihre Existenz zu sichern.

Die Landwirte sollten den NABU als Partner gemeinsamer Ziele sehen und nicht blind gegen den NABU und Volksbegehren wettern.

Das Volksbegehren wird von über 120 Verbänden, Vereinen, Parteien und Wissenschaftlern getragen, die ein breites Spektrum der Bevölkerung repräsentieren.

Informationen und die Gesetztestexte zum Volksbegehren finden Sie unter www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt

Matthias Großmann

Offener Brief zu den zahlreichen Reaktionen (Leserbriefe, Mails und Anrufe)

die ich zu meinem Leserbrief „Die Sache mit den grünen Kreuzen“ vom

Oktober 2019 bekommen habe.

Ich habe mich über die zahlreichen positiven aber auch kritischen Reaktionen auf meinen Leserbrief sehr gefreut. Neben den in der NDZ veröffentlichten Leserbriefen von Frau Schulz, Herrn Heine und Herrn Nötzel haben mich auch zahlreiche Mails und Anrufe direkt erreicht und ich habe einige sehr interessante und fruchtbare

Diskussionen zu dem Thema führen können.

Mit Ausnahme des Leserbriefs von Herrn Heine waren auch alle Reaktionen sehr sachlich, was mich bei diesem hochemotionalem Thema doch sehr gefreut hat.

Etwas enttäuschend fand ich, dass sich viele Reaktionen aus den Reihen der Landwirte nur auf den ersten, zugegeben provokanten, Absatz des Leserbriefs bezogen, zu den restlichen 2/3 des Briefs aber kein Kommentar erfolgte. Und auch der erste Absatz wurde offenbar von vielen nicht richtig gelesen oder verstanden. Der

vielfache Vorwurf, ich hätte damit alle konventionell wirtschaftenden Landwirte diffamiert ist unzutreffend. Mitnichten habe ich pauschal geschrieben, dass alle konventionell wirtschaftenden Landwirte ihre Flächen übermäßig mit Gülle und Pestiziden behandeln …....

Geschrieben habe ich, dass Flächen, die seit 40 Jahren mit Gülle und Pestiziden behandelt werden, biologisch tot sind. Das wird auch niemand ernsthaft in Frage stellen können. Die Frage, ob dies auf seine Flächen zutrifft oder nicht, muss jeder Landwirt für sich selbst beantworten.

Meiner Meinung nach trifft dies auf viele Flächen zu, insbesondere im Westen und Nordwesten von Niedersachsen und NRW, aber längst nicht pauschal auf alle konventionell bearbeiteten Flächen.

Man kann das Artensterben, den Rückgang der Artenvielfalt bei fast allen Pflanzen und Tierarten, sowie hohe Nitratwerte im Grundwasser nicht einfach ignorieren. Dies ist wissenschaftlich genauso erwiesen, wie der Zusammenhang mit der Art und Intensität der landwirtschaftlich Nutzung. Davor können und sollten unsere

Landwirte nicht ihre Augen verschließen. Diesem Problem und dieser Diskussion können und dürfen sie sich nicht länger verweigern!

Mit dem vielfach geäußerten Argument, dass der Landwirt nur das produziere, was die Bevölkerung kauft und das seien nun mal Billigprodukte, machen es sich die Landwirte zu einfach.

Was der Landwirt nicht produziert, kann der Handel nicht anbieten und damit der Verbraucher auch nicht kaufen. So ginge es auch!

Würde man neben jedem Fleischtresen im Supermarkt ein Video zeigen, dass den Lebensweg eines Schweins von der Geburt, über den Mast- und Schlachtbetrieb, bis in den Supermarkt zeigt, würden 90 % der Verbraucher im wahrsten Sinne des Wortes das Kotzen kriegen und bestimmt kein Billigfleisch mehr kaufen.

Warum ändert sich hier nichts? Weil es Leute und Betriebe gibt, die selbst mit diesen Billigprodukten noch sehr viel Geld verdienen. Auf Kosten der Umwelt und vor allem auf Kosten der kleinen bäuerlichen Landwirte, die unter diesem Image und diesem Kostendruck leiden.

Diese Agrarindustrie ist der wahre Gegner und Totengräber der bäuerlichen Landwirtschaft und nicht der NABU und andere Natur- und Umweltschutzorganisationen!

Die Agrarindustrie hat ein großes Interesse daran, dass die kleinen bäuerlichen Betriebe sterben, damit sie sich deren Flächen aneignen kann, um noch mehr Profit zu machen.

Im Zusammenspiel mit den Funktionären von Bauernverband und Landwirtschaftskammern setzen sie rücksichtslos ihre Interessen auf Kosten der kleineren Betriebe durch.

Landwirte sollten ihre Funktionäre vom Bauernverband und ganz besonders Herrn Ruckwied mal sehr kritisch hinterfragen, wessen Interessen sie eigentlich vertreten.

Wen das wirklich interessiert, der findet dazu interessante Informationen unter:

http://baden-wuerttemberg.nabu.de/news/2019/mai/26351.html

oder auch in einer Sendung des Ersten Fernsehprogramms vom 29. April 2019.

Noch ein paar Worte zum von mir erwähnten „Ökodorf Brodowin“, das von vielen Landwirten als schlechtes oder ungeeignetes Beispiel dargestellt wurde. Warum eigentlich?

Was hindert Herrn Heine oder jeden anderen Landwirt eigentlich daran, sich mit Berufskollegen zusammen zu tun und hier eine Genossenschaft zu gründen? Hier vor Ort regionale Produkte anzubauen und diese direkt zu vermarkten? Einer solchen Genossenschaft könnten auch Verbraucher beitreten und in sie investieren. Ich kenne

eine Menge Leute, die daran sehr interessiert wären. Warum nicht Bäckereien und Schlachter mit einbeziehen, die diese Produkte dann hier regional verkaufen? Warum den regionalen Markt den großen Ketten überlassen, die die Produkte der Agrarindustrie verramschen?

Hier ist Einfallsreichtum und Mut gefordert. Nicht nur jammern, dass die Verbraucher nicht regional kaufen, man muss ihnen auch was anbieten! Und die von Herrn Heine angesprochenen Fördermittel für ökologischen Landbau

kann er auch hier bei uns bekommen. Die sind kein Privileg des Ökodorfs Brodowin.

Interessant finde ich auch die Aussage von Herrn Heine, dass das für einen „normalen“ Familienbetrieb im Umfeld von „normalen“ Verbrauchern kein Weg sein kann. Woher nimmt Herr Heine die Gewissheit, dass das in Brandenburg und Berlin alles unnormale Menschen sind? Ich bin oft in Berlin und finde die Menschen dort

eigentlich ganz normal.

Wer mal im Sommer durch die Gebiete um Brodowin gewandert ist, der wird dort eine Artenvielfalt an Blütenpflanzen in den Wegrainen aber auch innerhalb der Ackerflächen und damit verbunden eine Artenvielfalt an Insekten und Vögeln finden, die es hier schon lange nicht mehr gibt. So schädlich, wie Frau Schulz es in ihrem

Leserbrief darstellt, kann die Bodenbearbeitung dort wohl nicht sein.

Mechanische Bodenbearbeitung gibt es seit der Mensch Ackerbau betreibt. Viele Wildkräuter brauchen für ihre Vermehrung sogar mechanische Bodenbearbeitung!

Das dramatische Artensterben hat begonnen, als die Landwirtschaft massenhaft anfing Pestizide und Insektizide zu versprühen. Diesen Zusammenhang kann nun wirklich niemand ernsthaft leugnen wollen.

Durch Grubbern oder auch flaches Pflügen wird kein Samenkorn abgetötet, das Bodenleben zwar kräftig durcheinandergewirbelt, aber nicht abgetötet, das ist der Unterschied zwischen chemischer und mechanischer Bodenbearbeitung, dies sollte eigentlich jeder Landwirt wissen. Der Spruch, dass der Einsatz von Glyphosat besser sei, als mechanische Bodenbearbeitung, dürfte aus der Werbeabteilung von Bayer-Monsanto kommen.

Schlimm nur, dass er von Bauernverband, Landvolk und Landwirtschaftskammern und auch vielen Landwirten so unkritisch übernommen und zur Rechtfertigung für den Glyphosateinsatz benutzt wird. Fachleute sollten es eigentlich besser wissen und sich nicht zum Werbeträger der Agrochemischen Industrie machen.

Der NABU steht an der Seite aller vernünftig wirtschaftenden bäuerlichen Betriebe, egal ob ökologisch oder konventionell. Er setzt sich für die konsequente Förderung einer Landbewirtschaftung im Einklang mit der Natur ein. Wir betrachten die Landwirtschaft als Dienstleister für die Nahrungsmittelproduktion und die Förderung und den Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft. Wir sind gegen Agrarindustrie und Massentierhaltung. Und jeder vernünftige Landwirt, der für eine familiäre bäuerliche Landwirtschaft steht, sollte das auch sein und sich nicht schützend vor die Agrarindustrie stellen und damit seine eigene Zukunft zerstören.

Am 18. Januar haben in Berlin wieder 27.000 Verbraucher aller Altersgruppen zusammen mit Landwirten gegen die Agrarindustrie und für eine bäuerliche Landwirtschaft demonstriert. Unterstützen Sie diese Bewegung!

Matthias Großmann, NABU Bad Münder