Klimaschutz

Klima- und Naturschutz gehören zusammen.

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Der Klimawandel wird weltweit immer spürbarer. Er beeinträchtigt bereits heute die Lebensgrundlagen von Milliarden von Menschen und bedroht 20 bis 30 Prozent der auf der Erde vorkommenden Arten. Deutschland steht auf Platz 6 der weltweit größten CO₂-Emittenten, daher kommt uns eine besondere Verantwortung zu, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.  mehr


Klimakrise in Blau und Rot

Das sind die Klimastreifen und so sind sie zu lesen

Klimastreifen von Deutschland 1881-2021 - Quelle: Ed Hawkings/University of Berkeley
Klimastreifen von Deutschland 1881-2021 - Quelle: Ed Hawkings/University of Berkeley

Beschäftigt man sich mit der Klimakrise, stößt man häufig auf folgendes Bild: blaue und rote Streifen, die in Längsrichtung nebeneinander angeordnet sind. Doch was haben farbige Streifen mit der Klimakrise zu tun?


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22. Januar 2025

Listening to the Quiet with Harrison Ford - 2025


Folgen der Klimakrise - Zukunftsszenarien

In einem Szenario wird erheblich mehr Klimaschutz umgesetzt, im anderen bleibt alles beim Alten – mit gravierenden Folgen für unser Ökosystem.


2024 Klimaanpassung in Kommunen: Grün statt grau – für mehr Lebensqualität

Von Jens Becker

 

Der weltweit immer noch steigende Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere CO2, lässt die globalen

Durchschnittstemperaturen weiterhin steigen. Die wichtige „Brandmauer“ von 1,5°C als Grenze für dem

Temperaturanstieg, ist in den letzten 12 Monaten überschritten worden. Eine dauerhafte Überschreitung der von der Weltgemeinschaft in der Pariser Vereinbarung definierten Grenze von 1,5 bis 2°C wird für 1,5°C bereits in den nächsten 3 bis 5 Jahren eintreten. Als oberste Grenze für die globale Erderwärmung wurde von der Wissenschaft der Bereich zwischen 1,5°C und 2°C identifiziert. Denn nur wenn die Menschheit die Erderwärmung auf diesem Bereich begrenzt, können die Folgen der Erderhitzung einigermaßen beherrschbar bleiben. Oberhalb dieses Bereiches sind die Folgen regional, und bei zunehmender Erderhitzung global nur noch schwer bzw. nicht mehr für die Menschen beherrschbar. Inzwischen besteht große wissenschaftliche Evidenz, dass zahlreiche Kipppunkte im Klimasystem bereits zwischen 1,5°C und 2°C überschritten werden. Hierzu gehören: Vollständiges Abschmelzen der Arktis sowie der Westantarktis mit einem massiven Anstieg der Meeresspiegel als Folge, Auftauen der

Permafrostböden, Abschwächung und Zusammenbruch des Nordatlantikstromes, weltweites Absterben der

Warmwasserkorallen, Absterben des Amazonas.

Durch den aktuell ungebremsten Anstieg der Treibhausgase CO2 und Methan befinden wir uns auf einem Pfad von global rd. 3°C Temperaturanstieg bis 2100. Das würde für Niedersachsen bis 2100 einen Anstieg der

Durchschnittstemperatur von 5 bis 6°C bedeuten. Die aktuelle CO2-Konzentration der Atmosphäre liegt bei 427 ppm so hoch, wie seit mindestens 800.000 Jahren nicht (nachgewiesen in Eisbohrkernen). Noch kann der „3°C- Pfad“ verlassen werden:

Aber der Anstieg der Temperaturen hört erst auf, wenn keine fossilen Energien mehr verbrannt werden: Kohle, Öl und Gas müssen in der Erde bleiben. Erst ein Absenken der globalen CO2-Konzentration (CO2 Entnahme, z.B. durch massive weltweite Aufforstung und vor allem das sofortige Ende der Regenwaldvernichtung) würde das Klima wieder stabilisieren und die Temperaturen auf ein für die Menschheit guten Wert zurückführen. Möglich ist das! Bedingt durch die Erderhitzung hat die Häufigkeit von Extremwettern wie Starkregenereignissen ebenso wie die von Dürreperioden und Hitzewellen in den letzten Jahren weltweit weiter zugenommen. Höchste Zeit, dass sich die Kommunen auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten, damit unsere Lebensqualität erhalten bzw. verbessert wird. Auf Dürren, Hitzeperioden und Starkregenereignisse können Kommunen gut mit einer verbesserten blau-grünen Stadtplanung und Infrastruktur regieren. Unter blau-grüner Infrastruktur versteht man eine städtische grüne Infrastruktur, das Stadtgrün, und die städtische blaue Infrastruktur, bezogen auf aquatische Ökosysteme, als strategisch angelegtes Netz, das sich durch eine Stadt zieht. Innovative blau-grüne Infrastruktur ist eine sehr praktikable Antwort auf zahlreiche Herausforderungen und kann auch in kleineren Kommunen einen wertvollen Beitrag leisten:

Mit einer blau-grünen Infrastruktur wird der naturnahe Wasserkreislauf, geprägt durch Versickerung vor Ort,

Speicherung und Nutzung von Regenwasser unterstützt.

Entsiegelung, Grünflächen und Maßnahmen zur Förderung der natürlichen Wasserkreisläufe sind hier zu realisieren. Damit wird wasserwirtschaftlichen Extremen wie Dürren und Überflutungen vorgesorgt. Weiterhin sorgen in einer blaugrünen Stadt, Bäume, Sträucher und Grünflächen für die Verdunstung von Regenwasser. Sie trägt so zu einer natürlichen Abkühlung (Verdunstungskälte durch Bäume) von überhitzten Stadträumen und insgesamt zu einem gesunden Stadtklima bei. Städtisches Grün sorgt außerdem für eine Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in unseren Innenstädten und leistet einen Beitrag zur Artenvielfalt. Auch in Bad Münder besteht noch Verbesserungspotential.

Aber jeder Einzelnen kann einen Beitrag in seinen Gärten leisten:

- Flächen entsiegeln

- Naturnahe Gärten anlegen

- Bäume pflanzen

- Steingärten beseitigen bzw. erst gar nicht anlegen

- Wasser in Zisternen speichern

Auf die bereits eingetretene und verursachte Erderwärmung können und müssen wir uns anpassen. Eine Überschreitung der Kipppunkte in unserem Klimasystem müssen wir verhindern. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 2021 verpflichtet dazu, insbesondere aus Gründen der Klima- und Generationengerechtigkeit, die Überschreitung der Kipppunkte im Klimasystem zu verhindern und die

Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren, damit die 2°C Grenze („Brandmauer“) nicht überschritten wird.


2023 Die Klimakrise – was jetzt zu tun ist.

Von Jens Becker

Hitzerekorde, Dürre, Überflutungen, Tornados, Waldsterben oder Waldbrände - es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mit Nachrichten über Ereignisse konfrontiert sind, die durch die Klimakrise verursacht oder verstärkt worden sind. Spätestens mit dem Ahr-Hochwasser im Jahr 2021 ist es klar geworden: Ab jetzt trifft es auch uns. Es hat zahlreiche Menschenleben gekostet und Sachschäden in Milliardenhöhe verursacht.

Die Klimakrise ist längst nicht mehr nur ein Problem der Staaten des globalen Südens und der Ärmsten der Armen, sondern trifft uns auch in Deutschland. Die Brandmauer von 1,5°C globaler Erderwärmung droht bereits um das Jahr 2030 dauerhaft überschritten zu werden. Zwischen 1,5°C und 2°C globaler Erderwärmung besteht die

Gefahr das zunehmend Kipppunkte im globalen Klimasystem eintreten können.

Diese Prozesse, wie das Abschmelzen der Antarktis, das Auftauen der Permafrostböden, das Verschwinden des arktischen Sommermeereises, der Zusammenbruch des Amazonas – Regenwaldes, wären dann nicht mehr zu verhindern. Das weltweite Sterben der Warmwasserkorallen, von denen mehrere 100erte Millionen

Menschen abhängig sind, ist bereits in vollem Gange. Eine ungebremste Klimaerhitzung hat außerdem ein Artensterben dramatischen Ausmaßes zur Folge.

Wir alle sehen die Folgen auch im Deister und Süntel: Abgestorbene Fichtenwälder soweit das Auge reicht, geschädigte Buchen die nicht mehr zu übersehen sind.

Von den unerträglichen Temperaturen des Mittelmeerraumes sind wir diesen Sommer verschont geblieben. Das bleibt bei fortschreitender Erderhitzung aber nicht so:

Robuste Studien zeigen, dass Hitze und damit Dürresommer auch bei uns zur Regel werden. Es wird dann nicht mehr selbstverständlich sein, dass Deutschland und Niedersachsen zu jeder Jahreszeit ausreichend Wasser zur Trinkwasserversorgung, landwirtschaftlichen Beregnung oder die Industrie zur Verfügung hat.

Wie kann unser lokaler Beitrag zum Klima- und Artenschutz aussehen, wie können wir resilienter gegen die Folgen der Erderhitzung werden?


2022 Das Endspiel hat begonnen

Von Jens Becker

 

Unter diesem Titel haben Klimawissenschaftler gerade einen neuen Beitrag herausgegeben. Klimawissenschaftler warnen immer eindringlicher: „Wir befinden uns auf der Überholspur in die Klimakatastrophe.“ Auch dieser Sommer ist wieder außergewöhnlich: Hitze und Dürre in weiten Teilen Europas - Waldbrände, Niedrigwasser großer Flüsse, trockengefallene Bäche, massive Ernteausfälle in Südeuropa, immer weiter sinkende Grundwasserstände und Waldsterben 2.0 – alles Folgen der fortschreitenden Klimakrise. Weltweit lesen und hören wir diese Tage von Unwetter – Katastrophen. Beispielsweise in Teilen Afrikas sind die Folgen noch dramatischer als in Europa. Jahrelange Dürre in Ostafrika haben die Ernten der Kleinbauern vernichtet, Millionen Tiere sind  verendet. Allein zwei Millionen Kinder sind in Ostafrika akut vom Hungertod bedroht.

Und dies alles bei einer Erderwärmung von „erst“ knapp 1,3°C (globaler Mittelwert). Aktuell befindet sich die Menschheit auf dem Kurs der Worst-Case-Szenarien des Weltklimarates. Bis zu + 5 °C bis 2100 wären in Niedersachsen die Folge. Wenn Klimakipppunkte überschritten werden, ist die weitere Entwicklung aufgrund der

nicht linearen Eigendynamik (z.B. Eis-Albedo-Rückkopplung in der Arktis) nicht mehr beherrschbar. Einige Kipppunkte im globalen Klimasystem liegen zwischen 1,5°C und 2°C globaler Erwärmung (IPCC Sonderbericht 2018). Daher wird die Einhaltung der international vereinbarten Grenze von 1,5°C und maximal 2°C

globaler Erderwärmung auch als „Brandmauer“ bezeichnet. Wird diese durchbrochen, wären die Folgen nicht mehr beherrschbar und Prozesse wie beispielsweise das Abschmelzen der Arktis sowie der Westantarktis, der

Zusammenbruch des sog. Golfstroms, das Auftauen der Permafrostböden oder der Zusammenbruch des Amazonas - Regenwaldes unumkehrbar. Kaskadenartige Kipppunkte könnten die Folge sein.

Noch ist das Endspiel nicht verloren. Aber das Zeitfenster, um die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null zurück zu fahren und den CO2-Gehalt wieder auf ein stabiles Niveau zu bringen ist leider sehr klein geworden. Zu lange wurde verleugnet, kleingeredet oder nicht entschieden gehandelt - zu viel Zeit wurde vertan. Moralisch und wirtschaftlich ist nur die schnellst mögliche Umstellung auf erneuerbare Energien zu verantworten. Energie und Ressourcen müssen gespart und der restliche Energiebedarf durch einen radikal schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zusätzlich muss die globale Waldvernichtung sofort beendet und

neue Wälder zur Klimastabilisierung gepflanzt werden - für ein stabiles Klima und die Biodiversität.

Das verbleibende Zeitfenster (CO2-Budget) zur Einhaltung der Klimaziele von Paris lässt sich aus der Klimaphysik (Klimasensitivität und Strahlenbilanz) ableiten. Noch befindet sich Deutschland nicht auf einem “klimastabilen“ Pfad. Davon sind wir weit entfernt, wie es im letzten Jahr vom Bundesverfassungsgericht auch angemahnt wurde. Die weltweite Umstellung auf Wind- und Sonnenenergie wird unseren Energiemix wieder in Ordnung bringen, für Klima- und Generationengerechtigkeit sorgen sowie Millionen Menschen, die heute bereits unter den Folgen der

Klimakrise leiden, Hoffnung und Zukunft geben. Jedes zehntel Grad Erderwärmung das vermieden wird zählt. Noch ist die Menschheit im Spiel und hat die Wahl – für eine stabile, gute und klimagerechte Zukunft zu kämpfen.

2021 Die Zeit läuft uns davon

Von Jens Becker

 

Brennende Häuser und sogar ganze Siedlungen, flächendeckend brennende Wälder und Hitzerekorde von deutlich über 50 °C auf der Nordhalbkugel in Kanada, Starkniederschläge, Dauerregen, massive Überschwemmungen, einstürzende Häuser und sogar Menschenleben in Deutschland und Europa. Das alles ist inzwischen jederzeit und überall auf der Nordhalbkugel möglich, auch bei uns im Deister-Sünteltal – bei aktuell 1,2°C globaler Erderwärmung.

Die bereits jetzt eingetretenen Schäden durch die Erderwärmung sind nach den letzten Dürrejahren auch in Deister und Süntel von weitem sichtbar. Mit zunehmender Erderwärmung werden die Folgen häufiger und intensiver, die

Schäden für Mensch und Natur zunehmend dramatischer. Temperaturen wie im Westen der USA können jederzeit auch bei uns auftreten. Sind wir resilient gegen Temperaturen von weit über 40°C? Altenheime, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser? Diskutiert die Gesellschaft zumindest darüber notwendige Maßnahmen anzugehen und als Gemeinschaft resilient zu werden? Oder endlich die Begrenzung der Erderwärmung anzugehen?

Etwa 2030 werden wir global die Brandmauer von 1,5°C überschreiten – also in 8 ½ Jahren – wenn wir weitermachen wie bisher. In Niedersachsen dann die 2°C. Diese Zeitspanne ergibt sich direkt aus der Klimaphysik, hängt direkt an dem verbliebenen CO2-Restbudget und ist nicht verhandelbar.

Die Folgen, die wir zu erwarten hätten, wenn wir die Erderwärmung nicht auf 1,5°C begrenzen, will ich meinen Kindern sowie allen Kindern und kommenden Generationen dieser Erde ersparen. Noch kann das Schlimmste verhindert werden, jedes zehntel Grad Erderwärmung zählt.

Unumkehrbare Kipppunkte im Klimasystem der Erde sind noch zu verhindern, aber nur, wenn sofort und auf allen Ebenen das Notwendige dafür getan wird: Energie sparen, Energieeffizienz, ein massiv beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien, eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung, ein weltweiter Stopp der Waldvernichtung sowie eine massive und schnelle Aufforstung der vernichteten Wälder im Tropengürtel der Erde. Deutschland als eines der reichsten Industrieländer der Erde hat die Pflicht voran zu gehen und dies auch als Chance für Innovation, klimaneutrales Wirtschaften und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu begreifen. Konservatives „Bewahren“ zerstört in der Realität das, was wir erhalten wollen. Die Politik muss jetzt die Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft gestalten.

Deshalb sind die anstehenden Wahlen auf Bundes- aber auch auf der kommunalen Ebene von überragender Bedeutung für unsere Zukunft. Die Weichen für eine gute, klimaneutrale und stabile Zukunft sind jetzt zu stellen – denn die Zeit läuft uns davon!


2018 "Die Klimakrise: Was kommt auf uns zu und was können wir noch verhindern?"

von Jens Becker

 

Die fortschreitende Erderwärmung stellt Mensch und Natur vor enorme Herausforderungen. Gerade Niedersachsen mit seinen unterschiedlichen Landschaften vom Harz bis zur Küste ist in vielfältiger Weise vom

Klimawandel betroffen. Stark zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürren und Starkniederschläge ssowie der steigende Meeresspiegel werden Mensch und Natur beeinträchtigen.

Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns, soweit möglich, an den nicht mehr zu verhindernden Klimawandel vorbereiten und die Auswirkungen für Mensch und Natur soweit möglich vermindern und in beherrschbaren Grenzen halten. Es geht hier um Anpassungsmaßnahmen beispielsweise im Gesundheitsschutz, der

Infrastruktur, in der Land- und Forstwirtschaft, im Hochwasser- und Küstenschutz.

Den Klimawandel in beherrschbaren Grenzen zu halten, ist die Herausforderung der Menschheit. Die wissenschaftlichen Forderungen des Weltklimarates IPCC dazu sind klar und eindeutig formuliert. Die

Erderwärmung muss auf 1,5 °C, maximal 2°C begrenzt werden. Selbst eine Erwärmung um 2°C hätte mittel- bis langfristig dramatische Folgen für Mensch und Natur. Geht die aktuelle Entwicklung der CO2-Emissionen so weiter, wird sich die Erde bis 2100 um 4-5°C erwärmen. Um die Erderwärmung noch auf 1,5°C bis max. 2°C zu begrenzen, müssen die CO2-Emissionen bis 2030 halbiert und bis 2050 auf Netto-Null reduziert werden. Hierzu bedarf es einer

Transformation der gesamten Energieversorgung und dies in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit des Wandels und dies in allen Lebensbereichen.

Im Vortrag wird ein Überblick über den Stand der Erderwärmung, der zu erwartenden mittelfristigen Entwicklungen und Folgen sowie den Forderungen der Wissenschaft, zur Begrenzung der Erderwärmung,

gegeben.

von Matthias Großmann

2018 war das wärmste Jahr seid Beginn der Wetteraufzeichnungen und zugleich eines der trockensten der letzten 100 Jahre. Das haben auch wir hier im Deister – Sünteltal deutlich gespürt, auch wenn die sichtbaren Trockenschäden hier noch vergleichsweise gering waren, dank der schweren Lehm- und Tonböden, die viel Wasser aus dem nassen Vorjahr gespeichert hatten.

Die Wetterextreme haben in den letzten Jahren deutlich spürbar zugenommen, hier bei uns und weltweit. Mal schüttet es tagelang und es kommt zu Überschwemmungen wie 2017, dann regnet es monatelang überhaupt nicht, wie 2018 und auch Stürme haben an Häufigkeit und Heftigkeit zugenommen, wie im Herbst/Winter 2017/18.

Der Klimawandel hat seine Vorboten geschickt. Es ist schon lange nicht mehr 5 vor 12, sondern längst 12, vielleicht auch schon kurz nach 12. Wir werden den Klimawandel nicht mehr verhindern können, wir haben nur die letzte

Chance seine Wucht noch etwas ab zu mildern.

Und doch scheinen wir das immer noch nicht begriffen zu haben. Braunkohleausstieg, vielleicht in 15 Jahren, Co2 Reduzierung bei Autos, vielleicht ein wenig. Das wird nicht reichen.

Muss es wirklich erst zu spät sein, muss uns das Wasser bis zum Hals stehen oder kein Trinkwasser mehr aus der Leitung kommen, bis wir merken, dass wir Geld nicht essen können ?

Eines der großen bundesweiten Themen 2018 war das Insektensterben. Auch der NABU hier in Bad Münder hat sich mit dem Thema beschäftigt. Neben einem Vortrag im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung haben wir mit Unterstützung der AVACON und des Wasserverbandes Eimbeckhausen zwei Blumenwiesen angelegt. Mit der Stadt und der OEWA stehen wir in Kontakt für weitere Flächen in diesem Jahr.

Die Anlage einzelner Blumenwiesen allein wird das Insektensterben aber nicht aufhalten können. Dies kann nur gelingen, wenn wir in der Fläche, d. h. auf landwirtschaftlichen Flächen, öffentlichen Grünflächen und in den Gärten zukünftig anders wirtschaften und blühenden Stauden und Sträuchern wieder mehr Raum geben.

Jeder, der Flächen besitzt, kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, auch dann, wenn er diese Flächen nicht selbst bewirtschaftet, sondern verpachtet hat.

Mit dem Projekt FAIRPACHTEN der NABU Stiftung Nationales Naturerbe bietet der NABU kostenlose Beratung, wie der Verpächter Einfluss auf die Bewirtschaftung seiner verpachteten Flächen nehmen kann. Was ist im Einzelfall sinnvoll ? Welche Bewirtschaftung bietet sich an, um ökologisch und naturverträglich zu wirtschaften ?

Was soll auf meiner Fläche passieren, was nicht ? All dies kann man im Pachtvertrag regeln.

Die NABU Stiftung verpachtet bundesweit selbst fast 20,000 ha landwirtschaftliche Flächen unter Auflagen und hat so langjährige Erfahrungen mit der Verpachtung ökologisch wertvoller Flächen.