FOTO: Juergen Eggers
FOTO: Juergen Eggers

Amphibienschutz

Seit der Gründung im Jahr 1982 betreuen wir Amphibienwanderungen an mehreren Stellen in Bad Münder und den Ortsteilen. 

Wir haben mehrere Landschaftsteiche Amphibienlaichgewässer (z.B. Mühlensiek bei Böbber, Umspannwerk Süntelstraße in Bad Münder, Hamelwiesen im Bereich Rahlmühle) angelegt.

Schwerpunkt Amphibien

In Deutschland leben 20 Amphibienarten. Die Mehrheit von ihnen begibt sich auf Wanderschaft. Molche wandern nur wenige Meter. Erdkröten legen dagegen oft mehrere Kilometer zurück. Die Tiere kehren jeden Frühling zurück zu ihrem Geburtsgewässer, um sich zu paaren und Eier abzulegen. Dahin führt sie ein inneres Navigationssystem. Nur wenn es das Gewässer nicht mehr gibt, müssen sie sich ein Neues suchen.

Wir halten regelmäßig Ausschau nach Fröschen, Kröten, Molchen und Salamandern, vor allem in den Monaten zwischen Februar und Mai, wenn die Amphibien zu ihren Laichgewässern wandern. Bei Regen laufen die meisten Amphibien. Wenn wir besonders frequentierte Wanderrouten entdecken, die Straßen kreuzen – oder durch aufmerksame Anwohner von ihnen erfahren – stellen wir nach Möglichkeit Schutzzäune auf und sorgen gemeinsam mit Helfern dafür, dass die Tiere sicher an ihr Ziel kommen.  Wir betreuen Kleingewässer, um vorhandene Populationen zu erhalten oder Wiederansiedlungen zu ermöglichen.

 

Hier gibt es weitere Informationen: 45min Online-Kurs

 

Unsere Amphibienexperten nehmen Fragen und Anregungen entgegen; sie freuen sich besonders über Angebote, beim Aufstellen von Zäunen und anderen Schutzmaßnahmen zu helfen. 

Wir bauen Mitte / Ende Februar die Krötenzäune auf.

Wir sammeln abends und / oder morgens die Kröten an der Straße auf, um sie in Eimern auf die andere Seite zu tragen und wieder auszusetzen. Wenn möglich, bringen wir sie auch direkt an die Gewässer. Durch Ablaufen der Strecken kontrollieren und zählen wir die Bestände. 

Greeneducation4all
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Ansprechpartner:

Ziegenbuche/ Deisterallee

Michael Exner      

Bad Münder         

Tel.: 0152-54186122                

 E-Mail: Tischlerei.Exner@t-online.de     

 

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Ansprechpartner:

An der Ziegelei

Gerd Dieter Walter     

Bad Münder         

Tel.: 05042/5560                       

 

E-Mail: Gerd.Walter1@gmx.de

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Der digitale Amphibienführer "Welche Kaulquappe ist das?"

Auf der Seite http://www.kaulquappe.de/ erhalten Sie das iBook "Welche Kaulquappe ist das?" - einen kostenloser Amphibienführer, mit dem man auch unterwegs jederzeit unsere heimischen Amphibien bestimmen kann.


Tempo 30 für Amphibien

Wegen ihrer ausgedehnten Wanderungen sind Amphibien vom Straßenverkehr besonders betroffen. Dabei sterben viele Tiere, obwohl sie nicht direkt überfahren werden. Wie Prof. Dietrich Hummel herausfand, ist es der Strömungsdruck der Autos, der die Amphibien tötet. mehr 


Amphibienschutz 2024

Auch 2024 wurden die beiden Amphibienwanderungen in Bad Münder an der Ziegelei (Süntelrand) und Ziegenbuche/Deisterallee (Deistersüdhang) wieder durch Zaunbau und abendliches Absammeln betreut. Die Amphibien an der Verbindungsstraße Nienstedt – Messenkamp und auch im Bereich Ramena wurden weiterhin durch Straßensperrungen geschützt.

An der Ziegelei wurden insgesamt 1372 Tiere (480 Erdkröten, 882 Molche, 10 Frösche) und an der Ziegenbuche 979 Tiere gezählt. Wie bereits 2023 war auch 2024 die Witterung nicht sehr amphibienfreundlich: immer wieder ab es Phasen zwischen 0 bis 5 Grad, in denen die Tiere nicht wandern konnten und so zog sich die Betreuungszeit auf 36 Tage hin. Die Zäune wurden am 18.2. auf- und am 25.3. wieder abgebaut. Die ersten Tiere sind aber bereits am 2. Februar auf den Straßen gesichtet worden. Dies ist der früheste Wanderungsbeginn in Bad Münder seit Beginn der Aufzeichnungen 1989. Der milde Winter hat die Tiere früher als üblich aus der Winterstarre erwachen lassen. Hier ist aber auch ein Trend zu erkennen, in dessen Folge wohl Zaunbau und auch Straßensperrungen zukünftig früher terminiert werden sollten.

In der Jahreshauptversammlung wurde bereits erläutert, dass es eine außergewöhnliche Situation bei der Amphibienrettung an der Deisterallee/ Ziegenbuche gab: der Zugang zum Laichgewässer auf dem Gelände der IG BCE wurde den Helfern zeitweise wegen dort festgestellter Sachbeschädigungen verwehrt. Hier konnte durch Vermittlung von Ratsmitgliedern der absurde Vorwurf eines Zusammenhangs mit der Amphibienrettung entkräftet und der Zugang wieder zugelassen werden.

Allen Helfern und Helferinnen gebührt auch für 2024 wieder großer Dank dafür, dass sie, häufig bei widrigen Witterungsverhältnissen, regelmäßig etliche Abende für die Amphibienrettung tätig waren. Natürlich ist zusätzliche Unterstützung jederzeit willkommen, damit sich die Belastung für den Einzelnen besser verteilt. 

Download
gesammelte Amphibien an der Ziegelei
von 1990 bis 2024
Kröten Ziegelei.pdf
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Amphibienschutz 2023

Auch 2023 wurden die Amphibienwanderungen an der Ziegelei und an der Ziegenbuche durch Zaunbau betreut. Zusätzlich wurde auch die Straße Nienstedt – Messenkamp, wie jedes Jahr, gesperrt.

Ansprechpartner für die Betreuung der Wanderung an der Ziegenbuche ist ab diesem Jahr Michael Exner. Es hatten sich genügend Helfer und Helferinnen gefunden, so dass an jedem Abend die Tiere am Zaun abgesammelt werden konnten. Hier ist besonders Roland Koch zu nennen, der an mehreren Tagen, auch als Verhinderungsvertreter, tätig war.

Die Wanderung an der Ziegelei wird weiterhin von Gerd-Dieter Walter und Anne Zuzmann, die auch die Koordination mit Herrn Schulz von der Stadtverwaltung fortgesetzt hat betreut. So ist erstmals eine Karte über die betreuten und unbetreuten Amphibienwanderungen in Bad Münder erstellt worden. Über Maßnahmen, die bei

bisher unbetreuten Wanderungen mit zum Teil schwierigen örtlichen Verhältnissen ergriffen werden sollen, wird weiter diskutiert.

Die Wanderung hatte bereits am 17. Februar begonnen. Bei Kontrollgängen wurde festgestellt, dass etliche Tiere gewandert und nicht erfasst sind.

Beide Zäune wurden am 26.2.23 auf- und am 31.3. /6.4.23 abgebaut. Auf Grund der zeitweise ungünstigen Witterung mit Frost und Schnee zog sich die Wanderung in diesem Jahr sehr lange hin.

An der Ziegelei wurde mit 1828 Tieren etwa das Niveau der letzten 4 Jahre gehalten (658 Erdkröten, 1162 Molche (Teich-, Faden- und Bergmolche) und 8 Frösche).

An der Deisterallee/Ziegenbuche war es mit 862 Tieren deutlich mehr als im letzten Jahr.

Amphibienschutz 2022

Die beiden Zäune wurden am Sonntagvormittag, den 6. März 2022 aufgebaut.

Danach gab es erstmal eine Woche frostige Temperatur ohne Wanderung. Die ersten Tiere wurden am 14.3. gefunden. Dann wechselten sich immer wieder Kalt- und Warmwetterphasen ab, sodass sich die Wanderung bis weit in den April hinzog. Am 21.2022 haben wir schließlich den Zaun wieder abgebaut.

 


Amphibienschutz 2021

Am 28.02.21 wurden am Waldrand An der Ziegelei und an der Ziegenbuche die Amphibienzäune aufgestellt. Erstmals mussten wir für den Bau der Zäune eine Genehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde einholen.

Erfreulicher Weise sind in diesem Jahr neben den altbekannten Helfern und Helferinnen einige neue hinzugekommen. Wir bedanken und ganz herzlich bei allen Helfern, die abendlich die Zäune abgegangen sind und die Tier zu ihrem Laichgewässer getragen haben.

Wie immer war Bernd Krause mit der Waldjugend verlässlich dabei. Auch Michael Exner hat wieder am Abend vor dem Zaunbau die Rinnen für beide Zäune gezogen. So hatten wir es am Sonntagvormittag leichter.

Zum Transport hatte Lothar Czock wieder den Wagen von Andreas Kosel organisiert.

 

Nach 7 Wochen am 18.04.21 wurden die Zäune abgebaut.


Amphibienschutz 2020

Im Frühjahr wird der Nabu Bad Münder neben dem Schutzzaun an der „Alten Ziegelei“ auch wieder einen Amphibienzaun an der Ziegenbuche aufbauen.

Wir konnten beobachten, dass sehr viele Kröten und Molche in diesem Bereich zu ihrem Laichplatz wandern (Feuerlöschteich IG BCE Schule) und etliche überfahren wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt im Amphibienschutz soll erstmals neu von uns betreut werden: die Rahlmühlerstr. / Bereich Hamelspringer Bahnhof. Zahlreiche Tiere werden dort ebenfalls Opfer des Straßenverkehrs. Ob dort auch ein Zaun aufgebaut werden kann oder ob wir uns mit Schildern begnügen müssen, wird sich noch herausstellen.

Michael Exner betreut seit Jahren die Amphibien im Bereich Golfplatz. Auch dort überlegen wir, zusätzlich zur Straßensperre Teilbereiche mit einem Zaun abzudecken.

Die Amphibienwanderung 2020 in Bad Münder war aus verschiedenen Gründen bemerkenswert:

- die Wanderung begann wieder einmal relativ früh am 16.Februar.

- die vor etlichen Jahren verschwundene Population an der Ziegenbuche/Deisterallee ist wieder präsent.

An den Standorten An der Ziegelei und Ziegenbuche wurden die Fangzäune am 22. und 23.2. aufgestellt. Neben den üblichen „Verdächtigen“ wie Waldjugend und Nabu-Mitgliedern konnten erfreulicherweise auch einige neue Helfer gefunden werden, ohne die die zusätzliche Betreuung des Bereichs Ziegenbuche nicht möglich wäre.

Auf Grund der Folgen der Corona-Pandemie wurden die Zäune dann in Abstimmung mit anderen NABU-Gruppen vorzeitig am 21.März abgebaut. Doch diese Regelung hatte keine praktischen Folgen für die  Änderungsergebnisse. Da die Temperatur danach über längere Zeit jeweils in den Abendstunden deutlich unter 4 Grad und sogar in den Frostbereich gesunken ist, ist die Wanderung offensichtlich abgebrochen. Bei abendlichen Kontrollgängen ohne Zaun konnten keine Amphibien gesichtet werden.

Mit 1640 Tieren (1063 Molche, 570 Kröten, 7 Frösche) bleibt das Ergebnis an der Ziegelei deutlich hinter den Vorjahren zurück.

An der Ziegenbuche sind 1030 Tiere (697 Molche, 332 Kröten, 1 Frosch) gefunden worden.

Die zeitgleich mit den Fangzäunen errichteten Straßensperrungen in den Bereichen Ramena und Süntelstraße blieben vorsorglich noch etwas länger eingerichtet.


Amphibienschutz 2019

FOTO: NABU Bad Münder
FOTO: NABU Bad Münder

 An der Alte Ziegelei wurde in diesem Jahr die Amphibienwanderung vom 24.02. bis 07.04. betreut.

Die Zahlen: 2791 Gesamt (1120 Kröten, 1650 Molche, 21 Frösche). Etliche Tiere sind aber auch schon vor dem Zaunbau ungezählt gewandert.

Wir danken allen Helfern:

Bernd Krause und der Waldjugend, dem Naju Wildwuchs, Familie Regan, Carolin Radenz, Lothar Czock und

Michael Brand


Amphibienschutz 2018

Der Bergmolch – der Lurch des Jahres 2019 ist auch An der Ziegelei heimisch

Orangeroter Bauch und - vor Allem in der Balz - eine fast tropische Farbenpracht. So beschreibt die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) den von ihr zum Lurch des Jahres 2019

ausgerufenen Bergmolch.

Dieser Molch ist auch bei uns im Süntel neben Teichmolch und Fadenmolch in großer Zahl vertreten. Er ist sehr leicht an seiner - im Unterschied zu den anderen, hellbräunlichen Molcharten - dunklen, fast schwarzen Körperfarbe und seinem gelb-schwarz marmorierten Rückensaum zu erkennen.

Außerdem ist er mit 7 bis 12 cm etwas größer als Teich- und Fadenmolch. So fielen die Bergmolche auch am Amphibienzaun An der Ziegelei in Bad Münder im Frühjahr 2018 in der Zeit vom 10.März bis zum 15.April gut ins Auge. Es wurden insgesamt 2201 Molche gezählt. Davon war es grob geschätzt ein Viertel Bergmolche.

Der Fangzaun ist auch in 2018 wieder mit Hilfe der Waldjugend und weiteren Helfern passgenau zu Beginn der Amphibienwanderung gebaut worden.

Neben den Molchen wurden 1051 Kröten und 48 Frösche gezählt. Mit insgesamt 3300 Tieren ist der Gesamtbestand deutlich gesteigert, was maßgeblich auf die größere Anzahl an Molchen zurückzuführen war.

Vor allem die Kröten hatten dagegen mit den Unbilden der Witterung zu kämpfen. In der Zeit vom 16. bis zum 22. März gab es einen erneuten Wintereinbruch mit Frost und Schnee. Erst am 23. März setzte die Wanderung wieder zaghaft ein. Nachdem dann Mitte April das Ende der Amphibienwanderung erkennbar wurde, haben wir wieder mit einigen Helfern den Fangzaun am 15. April abgebaut.

 

Im April hat der NABU Bad Münder e.V. auf einer Fläche des Energieversorgers Avacon (in unmittelbarer Nachbarschaft zum Amphibienteich) eine Wildwiese angelegt. Das Saatgut wurde von Avacon gespendet, die Vorbereitung des Bodens und auch die weitere Pflege wird der NABU übernehmen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Borris-Alexander Boehlke von der Avacon für das vertrauensvolle Entgegenkommen. 

Durch die extreme Trockenheit des Bodens, hatte der Samen es nicht leicht gehabt, zu keimen. Zwischendurch mussten wir den Außenwasserhahn der Avacon nutzen. 

Insgesamt wurden 33 Blumensorten und 10 Gräsersorten eingesät:

Rundblättrige Glockenblume, Kuckuckslichtnelke, Großer Klappertopf, Gewöhnliches Ferkelkraut, Berg-Sandglöckchen, Horst Rotschwingel, Moschus-Malve, ... 


Amphibienschutz 2017


Amphibienschutz 2014


 Amphibienschutz in Bad Münder

Der Amphibienschutz ist seit seiner Gründung ein besonderes Schwerpunktthema in der Arbeit der NABU-Gruppe Bad Münder. Schon seit 1980, also zwei Jahre vor der Gründung der Gruppe, bemühen sich einige engagierte Jugendliche aus Nienstedt und Eimbeckhausen mit Unterstützung der Waldjugend um den Schutz der Erdkröten und Molche, die im Bereich des Schullandheimes in Nienstedt im Frühjahr auf ihrem Weg zu ihren Laichgewässern die dortige Kreisstraße nach Messenkamp überqueren müssen und dabei hundertfach überfahren wurden.

FOTO: NABU/Archiv
FOTO: NABU/Archiv

Aus zunächst primitiven Mitteln, wie Verpackungsfolie und Holzstücken, die im Wald gesammelt wurden, wurde ein Krötenzaun entlang der Straße gebaut, um die Tiere vor dem Straßentod zu bewahren. Auf einer Länge von etwa 100 Metern wurden nun allabendlich die Erdkröten und Molche am Zaun eingesammelt und sicher über die Straße gebracht.

Mit ihrer Gründung im Februar 1982 übernahm die NABU-Gruppe Bad Münder (damals noch Sünteltal) den Aufbau und die Betreuung des Krötenzaunes, der im Laufe der nächsten Jahre immer länger wurde und eine Gesamtlänge von über 1000 Metern erreichte.

FOTO: NABU/Ingo Ludwichowski
FOTO: NABU/Ingo Ludwichowski

Auf Grund des enormen Zeitaufwandes für den Aufbau und die Betreuung des Zaunes (über 350 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Jahr!) und der Tatsache, dass trotz dieser aufwendigen Bemühungen immer noch viele Erdkröten und Molche überfahren wurden, die den Zaun überwinden konnten oder an einmündenden Wegen auf die Fahrbahn gelangten, wurde 1985 beschlossen, einen Antrag auf Sperrung der Kreisstraße in den Abend- und Nachtstunden während der Wanderung im Frühjahr zu stellen.

Der Antrag wurde zunächst abgelehnt. Damit gab sich der Vorstand jedoch nicht zufrieden und stellte 1986 erneut einen Antrag und konnte im damaligen Landtagswahlkampf auch eine nächtliche Verkehrszählung durchsetzen, deren Ergebnis dann auch die im Ablehnungsschreiben der Verkehrsbehörde gesammelten Zahlen und damit die Verkehrsbedeutung der Kreisstraße widerlegt hat.

Daraufhin wurde dann die nächtliche Sperrung der Kreisstraße angeordnet. Die anfängliche Freude über diesen Erfolg wich jedoch schnell der Ernüchterung, dass das alleinige Aufstellen von entsprechenden Verbotsschildern noch keinerlei Wirkung zeigte. Erst im Laufe der nächsten Jahre wurde durch stetige Verhandlungen mit der Straßenverkehrsbehörde erreicht, dass zunächst halbseitige, später dann beidseitige Sperrbalken aufgestellt wurden. Im Jahre 2000 wurden dann endlich die von der Gruppe seit langem geforderten fest installierten und drehbaren Schranken aufgestellt.

Seit über 20 Jahren wird nun die Kreisstraße nach Messenkamp im Frühjahr für circa 5 Wochen nachts gesperrt und die Erdkröten und Molche können ungehindert und gefahrlos die Straße überqueren. Nachdem es Anfangs erhebliche Probleme mit der Akzeptanz der Sperrungen gab, ist sie mittlerweile zur Routine geworden und wird weitgehend akzeptiert.

Mit der Initiative zur Sperrung einer Kreisstraße wegen einer starken Amphibienwanderung war der NABU Bad Münder 1985 Vorreiter in Niedersachsen. Heute gibt es landesweit eine Vielzahl von Straßen, die aus diesem Anlass vorübergehend gesperrt werden.

FOTO: Erdkröte NABU/Archiv
FOTO: Erdkröte NABU/Archiv

Die Zählungen entlang des Krötenzaunes ergaben in den 80er Jahren eine Population von etwa 4000 Erdkröten und fast 5000 Teich-, Faden- und Bergmolchen.

Die Beobachtungen der letzten Jahre zeigen, dass die Population trotz intensiver Schutzmaßnahmen leicht rückläufig ist. Woran das liegt, kann nicht genau gesagt werden. Zum Einen dürfte es an der Nutzung der Laichgewässer als Fischteiche liegen, zum Anderen spielen auch allgemeine Umweltbedingungen und sicher auch die sehr intensive Forstwirtschaft im Deister eine Rolle.

FOTO: NABU/C. Buchen
FOTO: NABU/C. Buchen

Neben dem Schutz der Amphibienwanderung bei Nienstedt kamen im Laufe der Jahre weitere Bereiche im Raum Bad Münder hinzu, wo der NABU aktiv ist und alljährlich proffessionelle Schutzzäue errichtet.

!989 war die öffentliche Vorstellung des ersten Landschafftsplanes der Anlass, die Amphibienwanderung "An der Ziegelei" in Bad Münder zu erfassen und erstmals durch Zaunbau zu betreuen. Von damals bis heute ist es immer wieder gelungen, die nötigen Helfer für die nächtlichen Sammelaktionen zu finden. Einige sind bis heute dabei. In der Spitze sind über 5000 Tiere gezählt und transportiert worden.

2001 kam die Betreuung der Wanderung an der Deisteralle im Bereich Ziegenbuche hinzu. Hier gibt es durch die unmittelbare Nähe des Hauptlaichgewässers zur Straße besondere Probleme mit der sehr schnell einsetzenden Rückwanderung, aber auch mit der Vielzahl weit verstreuter Laichgewässer.

FOTO: NABU/K.-H. Fuldner
FOTO: NABU/K.-H. Fuldner

Im Jahr 2002 hat die Grundschule Bakede einen Schutzzaun im südöstlichen Ortsbereich aufgestellt. Der NABU Bad Münder hat das Zaunmaterial gestellt und steht mir Rat zur Seite. Natürlich hofft der NABU, dass gerade die Beteiligung von Kindern eine gute Zukunftsperspektive für den Umwelt- und Naturschutz bietet. 2004 kam als jüngste Aktion die Sperrung des Ramenaweges am Golfplatz Bad Münder hinzu. Dort wandern die Amphibien über den Golfplatz. So war die Stadt Bad Münder bei der Sperrung des Realverbandsweges sehr entgegenkommend und die großen materiellen und personellen Anstrengungen eines Zaunbaus wurden unnötig.

Grasfrosch FOTO: NABU/R. Jürgens
Grasfrosch FOTO: NABU/R. Jürgens

Parallel zu den Schutzmaßnahmen an den Straßen haben wir in den vergangenen 30 Jahren auch mehrere Laichgewässer neu angelegen oder im Sinne der Amphibien verbessern können.

Bereits 1985 wurden auf dem ersten eigenen Grundstück im Mühlensiek bei Böbber (heute Landschaftsschutzgebiet Böbberbachniederung) zwei Landschaftsteiche angelegt, die schnell von verschiedenen Amphibienarten als Laichgewässer angenommen wurden und heute von einem Schilfgürtel umgeben sind.

1991 konnte nach fast sechsjähriger Planung und vielen intensiven Gesprächen mit Behörden und der Forstverwaltung endlich ein Ersatzteich nördlich der Kreisstraße bei Nienstedt angelegt werden. Dies war nur dank der finanziellen und planerischen Unterstützung durch die Stadt Bad Münder und dem NABU-Kreisverband Schaumburg möglich.

1993 erhielt der NABU auch an der alten Ziegelei in Bad Münder im Bereich der Forst die Möglichkeit einen kleinen Teich im Wald neu anzulegen. Dieser wird mittlerweile von Molchen und Grasfröschen sehr gut angenommen.

Bergmolch FOTO: NABU/K.-H. Fuldner
Bergmolch FOTO: NABU/K.-H. Fuldner

2003 wurde dem NABU vom Eigentümer der Teiche am Umspannwerk in Bad Münder, die als Laichgewässer der dortigen ca. 4000 Tiere zählenden Erdkrötenpopulation dienen, die Erlaubnis erteilt, die Ufer abzuflachen und den dichten Fichtenbestand in der Umgebung zu lichten. Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen diese Teiche langfristig zu pachten oder mit Hilfe der Stadt Bad Münder auf dem Wege eines Flächentausches zu erwerben, bot sich Ende 2006 im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für die Erweiterung einer nahe gelegenen Gewerbefläche die Möglichkeit, diese Teiche zu erwerben und somit langfristig zu sichern.

Im Zuge der Ausgleichsmaßnahme und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont sollen in den nächsten Jahren auch die restlichen Fichten auf dem Gelände entfernt werden und Erlen sowie Weiden angepflanzt werden.

Feuersalamander FOTO: NABU/
Feuersalamander FOTO: NABU

Abschließend dankt der NABU-Vorstand Bad Münder an dieser Stelle nochmals allen ehrenamtlichen Helfern, die in den vergangenen 30 Jahren insgesamt über 9000 (!) Stunden freiwilliger Arbeit für den Amphibienschutz geleistet haben, ganz herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz und hofft, dass dies auch für zukünftige Generationen ein Ansporn sein wird, sich hier zu engagieren.

Beitrag erstellt: Matthias Großmann und Gerd-Dieter Walter (2012)