Kommen Sie mit auf meine Pilzexkursion und erleben Sie das unendlich große Pilzreich. Möglicherweise von einer ganz anderen Seite, als Sie es kennen.
Dauer: ca. 4 Std.
Kosten: pro Person 15,00 €,
maximal 15 Personen,
Uhrzeit und Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.
Anmeldung bei Michael Exner unter 0152-54186122
Was Sie dazu brauchen: Korb, festes Schuhwerk, Taschenmesser und eine kleine
weiche Bürste, wenn Sie möchten: Pilzbuch, Stift, Papier und Kamera.
Wer Pilze sammelt, muss die Pilze die in seinen Korb kommen zu 100 % kennen.
Die Raff- und Fressgier im Griff haben, dass sind dann gute Voraussetzungen für eine leckere Pilzmahlzeit.
Der Grüne Knollenblätterpilz
Er ist verantwortlich für ca. 90 % der tödlichen Pilzvergiftungen. Leider ist es ein Trugschluss, sich auf Bücher und Pilz-Apps zu verlassen.
Pilze sammeln ist wirklich kein Hexenwerk, es muss schlicht und ergreifend nur erlernt werden. Ich kann Ihnen versichern, dass kann jeder erlernen. Das geht am besten auf einer Pilzexkursion und auf Pilzausstellungen. Da kann man die Pilze in die Hand nehmen und fühlen, dran riechen und sich alle Merkmale erklären lassen
und wahrnehmen. Das Allerwichtigste ist Pilzarten zu erkennen und Erfahrung. Das Wetter hat ganz großen Einfluss auf das Aussehen der Pilze und das muss man erkennen.
Und den Mut zu haben, mit einen leeren Pilzkorb zum Parkplatz zurück zu gehen. Sie werden jetzt wahrscheinlich lachen, aber eine Teilnehmerin sagte mir: "Ist der Pilzkorb leer, muss ihn mein Mann tragen." Ich war total erschrocken von dieser Aussage und alle Teilnehmer/innen konnten es erkennen. Was für ein Erfolgsdruck beim Pilze sammeln, so etwas kann nur schief gehen.
Wer mehrere Pilzarten kennt, ist ganz klar im Vorteil, die Chancen erhöhen sich, etwas in den Pilzkorb zu bekommen. Wer sammelt schon den Anisegerling, Perlpilz, Täublinge oder die Totentrompete. Es muss ja immer der Steinpilz sein. Glauben Sie mir, es gibt viele andere Pilze die schmecken gleich gut oder viel besser. Aber über
Geschmack kann man wirklich nicht streiten.
Am Samstag Morgen im Süntel Pilze sammeln, ausgerüstet mit Korb, Taschenmesser, Bürste, Kamera und Pilzbüchern. 15 Personen plus Kinder waren dabei, alle waren gespannt was für Pilze gefunden werden. Zuvor gab es eine kleine Einweisung wie und was für Pilze gesammelt werden.
Zuerst einmal, nur Pilze die wir zu 100 % bestimmen können, nur junge Pilze die Top sind, also ganz frisch und toll sollen die Pilze aussehen, die Pilze kommen geputzt in den Korb, ohne Laub, Erde, Moos und Äste. Die Pilze sollen küchenfertig mit nach Hause genommen werden. Alle Putzreste bleiben im Wald und sorgen so weiter für die Verbreitung, das ist ein unabdingbarer Beitrag den wir Pilzsammler erbringen müssen. Man kann nicht nur über Andere meckern, sondern wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen.
Einen Pilz gegliedert wahrzunehmen, jedes Merkmal für sich, das war für Alle was Neues. Vom Stielende über den Stiel zum Fruchtlager und Fruchtfleisch bis zur Huthaut. Dann, ist der Pilz trocken oder schmierig, was für ein Geruch könnte das sein. Wenn der Pilz auf Holz wächst, was für ein Holz ist es. Jedes einzelne Merkmal ist ein wichtiger Baustein zur Pilzbestimmung.
Ein Buchenstucken mit essbaren Stockschwämmchen Die Teilnehmer versuchen mit großer Aufmerksamkeit und dem nötigen Respekt alle Merkmale zu finden, denn es gibt einen Doppelgänger, der tödlich giftige Gifthäubling.
Viele Stockschwämmchen-Sammler wissen gar nicht, dass es den Gifthäubling gibt, auch hier bei uns im Osterberg, Deister und Süntel wachsen beide Pilzarten auf einem Stucken zusammen.
Die Namen, Anis Egerling, Flockenstieliger Heckenröhrling und Violetter Schleierling kannten nur die wenigsten. Für Michael Exner, der die Exkursion geführt hat, war es wichtig, dass alle Teilnehmer lernen, dass Pilze sammeln nicht nur Pilze sammeln ist. Jemand der es schafft, das Drumherum zu sehen und zu verstehen, dass alles gleich wichtig und schützenswert ist, ist für Herrn Exner ein besonderer Pilzsammler, im positiven Sinn.
Die Teilnehmer waren erstaunt das ein Pilz nach Anis, ja nach Weihnachtsgebäck riechen kann. Ein Flockenstieliger Heckenröhrling beim anschneiden gelb ist und sich in 1-2 Sekunden blau verfärbt, doch ein Hexenwerk?.
Es war interessant für die Teilnehmer, dass man Pilze ganz gezielt suchen kann. Jeder Pilz hat sein eigenes Biotop. So wie der Maronenröhrling, er braucht sauren Boden. Also muss ich einen Nadelwald aufsuchen, um Maronenröhrlinge zu finden.
Es hat nicht lange gedauert, da waren alle Teilnehmer vom Pilzvirus befallen und die Körbe gefüllt. Das Abendessen war gesichert.
Unter den Teilnehmern waren zwei Studentinnen, die in Sachen Pilze forschen. Auf Bitten, erzählten die beiden aus Ihrem Uni-Alltag. Pilze werden in Zukunft noch mehr Bedeutung haben als zuvor. Um Pilzmyzel herzustellen braucht man wenig Energie. Aus Pilzmyzel wird schon Verpackungsmaterial für E-Geräte hergestellt, also ist das weiße umweltschädliche Styropor gar nicht mehr nötig. Schuhsohlen, Gürtel und Dämmmaterial was den Brandschutzauflagen entspricht gehören auch schon zum Sortiment und so einiges mehr. Hier an dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön, für den Einblick in die interessante Forschung.