100jährige Streuobstwiese "Kleine Söhre"

Der NABU Bad Münder weihte am 22.April 2018 dieses Kleinod in Eimbeckhausen festlich ein

Sie hat den ältesten Baumbestand unserer Streuobstwiesen. Die ersten Obstbäume wurden hier bereits um 1900 gepflanzt.

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Arbeitseinsatz - Feb 2024 - Pflanzaktion und schneiden

Rückschnittarbeiten im unteren Drittel der Wiese.

Weitere, mit Unterstützung der Baumschule Kewel, angezogenen junge Apfelbäume wurden nachgepflanzt.


Arbeitseinsatz Dez 2023 - alte Hütte abreißen

Die alte Hütte auf der Hälfte der Wiese wurde entfernt und fachgerecht entsorgt.

Die Verbuschungen wurden ebenfalls zurückgeschnitten und auch die vielen auflaufenden Sämlinge mussten entfernt werden, damit die Apfelbäume wieder „Luft“ bekommen.


2021

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2021 Juli - Brutvogelkartierung - Yasmin Günterberg
Brutvogelkartierung Kl. Söhre.pdf
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Die ersten Obstbäume wurden hier schon vor über 100 Jahren angepflanzt. Aus ihren Anfangszeiten haben zwar nur 20 Obstbäume überdauert, jedoch zeigt die Wiese sich heute durch die Arbeit des Naturschutzbundes wieder in alter Schönheit und soll nach und nach verjüngt werden. Dafür gibt es gute Gründe:

Streuobstwiesen sind mittlerweile rar gesät, gehören aber zu den artenreichsten Habitaten unserer Kulturlandschaft. Neben bestimmten Pflanzenarten wie Moosen und Flechten, fühlen sich hier sowohl Insekten als auch zahlreiche Vögel wohl – darunter einige Arten, die mittlerweile sehr selten geworden sind oder sogar auf der

Roten Liste stehen.

Vor allem auch Vögel, die wir aus unseren heimischen Gärten kennen, scheinen sich auf der Streuobstwiese und im angrenzenden Waldstück wohlzufühlen. So konnten wir deren natürlichen Verhaltensweisen in freier Wildbahn beobachten, etwa das Brüten in Baumhöhlen statt Nistkästen.

Neben zahlreichen Rotkehlchen, Amseln und Buchfinken sind wir zudem auf fünf der neun in Deutschland vorkommenden Meisenarten gestoßen. Darunter waren neben Kohl- und Blaumeisen auch die weniger bekannten Sumpf-, Schwanz- und Haubenmeisen.

Insgesamt konnten wir auf der Streuobstwiese 23 verschiedene Vogelarten, darunter auch einen Teichrohrsänger, beobachten. Im angrenzenden Waldstück waren es sogar 36 Vogelarten.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig solche strukturreichen Standorte in unserer eher einheitlichen Landschaft sind. Bereiche, in denen der Mensch sich etwas zurücknimmt, lassen der Natur und eben auch der Vogelwelt Platz, um sich zu entfalten. Dabei werden solche Gebiete sowohl als Brutplatz als auch zur Nahrungssuche genutzt.

Die Vielfalt der Federkleider, der Gesänge und der Verhaltensweisen der unterschiedlichen Vogelarten lassen uns einfach immer wieder staunen.

Nehmen Sie sich gerne mal etwas Zeit und ein Fernglas mit an einen schönen Platz in der Region und genießen Sie das tierische Schauspiel.


2019

Jörg Rummel vom NABU Stadthagen hat uns eine rustikale Holzbank geschenkt, die wir auf unserer  Streuobstwiese in Eimbeckhausen aufgestellt haben und von der man einen herrlichen Blick durch

Baumreihen hat.


2018 Studentische Projektarbeit über unsere Streuobstwiese

Im Sommer 2018 hat eine Gruppe von 10 Studentinnen der Leibniz-Universität Hannover unter Leitung von Prof. Dr. Michael Rode die Streuobstwiese untersucht, eine Bestandsaufnahme gemacht und daraus Entwicklungsziele formuliert.

Die Studentinnen haben uns das Ergebnis ihrer Arbeit im Oktober auf der Streuobstwiese vorgestellt und ihre Vorschläge und Ideen zur weiteren Pflege und Entwicklung an konkreten Beispielen erläutert.

2018 April - Viele begeisterte Besucher bei der Eröffnungsfeier

Die Streuobstwiese präsentierte sich bei herrlichstem, fast schon sommerlichen Wetter und lud so zu einem schönen Erkundungsspaziergang ein

Bei strahlendem Sonnenschein, nutzten über 70 interessierte Bürger und Vertreter benachbarter NABU Gruppen, darunter auch unser Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann, die Gelegenheit sich dieses kleine Paradies am Ortsrand anzusehen. Die teilweise schon über 100 Jahre alten Obstbäume standen in voller Blüte und es war schon sehr erstaunlich, wie stark diese alten Bäume geblüht haben. Wir sind nun auf die Ernte gespannt und hoffen mit fachkundiger Unterstützung im Herbst die Sorten bestimmen zu können.

Im Frühjahr wurden von den alten Obstbäumen Reiser geschnitten, die von der Baumschule Kewel zur Veredelung und Nachzucht genutzt werden. Die jungen Bäume werden wir in den kommenden Jahren dort nachpflanzen, um die Sorten zu erhalten. Wir freuen uns, dass BINGO dieses Projekt mit 7000,- Euro unterstützt.

Wir möchten uns an dieser Stelle auch noch einmal für die Spenden einiger Mitglieder von zusammen fast 2000,- Euro bedanken und freuen uns sehr über die großartige Unterstützung, die wir für dieses Projekt von vielen Seiten erhalten und hoffen auf eine rege und aktive Beteiligung bei den weiteren Arbeiten zur Umsetzung des Projektes.


2018 - Projekt zum „Erhalt und Vermehrung alter Obstbaumsorten sowie deren genetische Variationen im Deister-Sünteltal“ gestartet.

 

Mit Unterstützung der niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung hat der NABU Bad Münder ein Vermehrungs- und Erhaltungsprojekt alter Obstbaumsorten gestartet. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Anlass war der gemeinsame Kauf von Heimatbund und NABU, der „100- jährigen“ Streuobstwiese „An der kleinen Söhre“ in Eimbeckhausen. Der besondere Dank geht an dieser Stelle an Michael Meier ohne dessen Einsatz

dieses Projekt nicht zu Stande gekommen wäre!

Auf der Streuobstwiese „An der kleinen Söhre“ stehen noch knapp 70 Obstbäume die zum Teil über 100 Jahre alt sind. In mehreren Arbeitseinsätzen im Frühling dieses Jahrs, wurden die alten Bäume von fleißigen Helfern vom Schwarz- und Weißdorn sowie großen Ahorn-Bäumen befreit. Somit konnten alle Obstbäume im Frühling austreiben und tragen inzwischen wieder Äpfel.

Auch hier ein herzliches Dankeschön an die Helfer, ohne deren Einsatz viele der alten Bäume im „Dickicht“ verschwunden wären. Mit dem Projekt sollen die Sortenvielfalt und damit die genetische Vielfalt von Obstbäumen gefördert und erhalten werden. Im heutigen Obstanbau werden lediglich 10 bis 20 Sorten gefördert. Diese stammen zum großen Teil von nur 5 Ausgangssorten ab, sodass die genetische Vielfalt bereits abgenommen

hat. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und der damit veränderten Umweltbedingungen werden alte Sorten wieder wertvoll. Denn sie können Eigenschaften haben die wir zukünftig im Obstbau dringend benötigen. Trockenresistenz oder Unempfindlichkeit gegen Schorf gehören beispielsweise dazu.

Zuerst werden wir die alten Bäume vom Pomologen bestimmen lassen und abhängig vom Ergebnis dann vermehren. Die veredelten Hochstämme werden zur Verjüngung auf die alte Fläche in Eimbeckhausen sowie auf

weitere NABU-Streuobstwiesen gepflanzt.

Der NABU Bad Münder sucht darüber hinaus die nächsten 3 Jahre alte Sorten im gesamten Deister-Sünteltal. Entweder es handelt sich um mindestens 80 Jahre alte Obstbäume, die wir dann bestimmen lassen, oder

die Sorte ist bereits als seltene Sorte bekannt. In den vielen alten Bauerngärten auf den Dörfern befindet sich sicherlich noch der eine oder andere Schatz.

Über 40 Einwohner aus dem Deister-Sünteltal haben ihre alten Obstbäume gemeldet. Dazu kommen sehr alte Obstbäume von versteckten Straßenrändern auf den Dörfern, die die Flurbereinigung der Vergangenheit überlebt haben.

Ist die Sorte bestimmt und noch nicht auf den NABU-Streuobstwiesen vorhanden, erfolgt die Veredelung zur weiteren Vermehrung und somit zum Erhalt.

Bisher sind Sorten wie Rheinischer Bohnapfel, Schöner aus Wiedenbrück, Croncels Transparent, Goldrenette von Blenheim oder der Uelzener Rambur ausfindig gemacht worden. Vor allem auf den Dörfern von Bad Münder sind in alten Bauerngärten oder in den Gärten der alten Dorfkerne noch „Schätze“ zu finden. Die Meldungen, die bisher nicht verfolgt wurden, werden im nächsten Herbst untersucht.

 

Jens Becker


Arbeitseinsatz Dez 2017 - Sägearbeiten

Einige Bäume wurden wieder freigeschnitten und vor allem die stark wuchernden Schlehen zurück geschnitten sowie Ahornbäume wurden gefällt. Etwa 2/3 der Fläche haben wir schon freigeschnitten, aber im unteren Drittel wartet noch viel Arbeit auf uns und auch im oberen Teil muss der Schlehenaufwuchs in den nächsten Jahren wieder zurück gedrängt werden, damit die alten Obstbäume genug Luft bekommen.