FOTO: NABU Bad Münder
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"Streuobstwiese Süntelstraße" Bad Münder

Auf der Süntelstraße Richtung Westen (Süntel) hinter der Ardagh Group (Glashütte) rechts abbiegen. Parken beim Schützenhaus / Rockzelt.

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Ein Refugium für Kinder, Tiere und Pflanzen

Die 2015 erworbene Fläche an der Süntelstraße wurde innerhalb von 2 Jahren zu einem Lehrgarten entwickelt. 

Insgesamt sind ca. 50.000 € in dieses Projekt investiert worden, dies mit Hilfe des niedersächsischen Umweltministeriums und der Bingo Umweltstiftung. 

110 regionale Obstsorten (Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Mirabellen) wurden von ihrem Baumpaten gepflanzt und werden weiterhin betreut. 

Die Streuobstwiese soll eine Umwelt- und Naturbildungsstätte sein, die neben den lehrenden Inhalten zu alten Obstsorten, Bienen und Insekten und Wildstauden auf zahlreichen Infotafeln, Nistkästen und Insektenhotels auch eine emotionale Bindung zur Natur schafft.

Die Baumpatenkinder und ihre Eltern sind ein wesentlicher Teil dieses Projektes!

Hier treffen sich regelmäßig Kindergärten, Schulklassen und NABU-Familien.


Arbeitseinsatz - 2025 März - Obstbäume schneiden


NAJU-Arbeitseinsatz - 2018 Dez. - Lesesteinhaufen anlegen

Aus dem Patenschaftsprojekt „Refugium Streuobstwiese“ an der Süntelstraße ist die Kinder- und Jugendgruppe „NAJU Wildwuchs“ entstanden. Bei den ersten beiden Treffen wurden u.a. Lesesteinhaufen gebaut, Greifvogelsitze gezimmert, Vogelfutter hergestellt und am Lagerfeuer Stockbrot und Popkorn gegrillt. Themen, Aktivitäten und Abenteuer in und mit der Natur sind das Programm.

Die Gruppe „Wildwuchs“, für Kinder ab 6 Jahren, trifft sich jeden letzten Samstag um 14.30 Uhr auf der Streuobstwiese an der Süntelstraße. Ein Team von fünf Ehrenamtlichen (Jan Güldenhöven, Sarah Wegener, Tanja

Brodtmann, Petra und Jens Becker) betreut die Gruppe.


Bauwagen - 2018 Okt.


Einweihungsfest - 2017 April

FOTO: NABU Bad Münder
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Einweihung - FOTO: NABU Bad Münder
Einweihung - FOTO: NABU Bad Münder

Arbeitseinsatz - 2017 Jan. - neue Nisthilfen


Arbeitseinsatz - 2016 Nov. - Hecke und Feldgehölze pflanzen

FOTO: NABU Bad Münder
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Arbeitseinsatz - 2016 Okt. - grünes Klassenzimmer, Insektenhotels und Infotafeln aufbauen

Insektenhotels bieten vielfältige Brutstätten wenn Material und Bearbeitung stimmen. Falsche Hotel-Füllungen bringen nichts. Regelrecht schädlich für die Brut ist nicht atmungsaktives Plastik, in denen Pilze leichtes Spiel haben oder Weichholz und Spanplatten, deren Splitter dann beim Schlupf die empfindlichen Flügel verletzen. Im naturfernen Garten ohne geeignete wilde Blütenpflanzen verkommt das Insektenhotel ohnehin zum Deko-Objekt.
Machen Sie es besser! Der NABU verrät Ihnen wie das geht.


Arbeitseinsatz - 2016 Juni - Kräuterbeet anlegen und Beerensträucher pflanzen


Pflanzaktion - 2016 April - weitere Baumpaten pflanzen Obstbäume


Im März 2015 hat der NABU Bad Münder mit 35 Baumpaten an der Süntelstraße eine neue Streuobstwiese angelegt.

 

Der NABU konnte die etwa 4000 m² große Fläche im Frühjahr erwerben. Der Pomologe Eckkart Brandt aus dem alten Land hat uns zum Pflanztag 55 typische norddeutsche Sorten als Hochstämme geliefert und viel Wissenswertes zu den alten Sorten berichtet.

 FOTO: NABU Bad Münder

Mit dabei sind beispielsweise die Apfelbaumsorten Bremer Doodapfel, Altländer Pfannkuchen, Biesterfelder Renette, Finkenwerder Herbstprinz, Landsberger Renette, Prinz Albrecht von Preußen oder Pannemanns Tafelapfel. Auch Kirsche wie die Hamm Blanke, Birne wie Köstliche von Charnau sowie die Doppelte Weiße Bauernpflaume sind dabei.

 

Die Sortenvielfalt in alten Streuobstbeständen ist beachtlich. Hier finden wir heute noch, was unsere Vorfahren über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt und gepflegt haben. Schließlich bildete das Obst eine wesentliche Nahrungsgrundlage für die Bevölkerung, und man bemühte sich um Sorten, die für verschiedenste Verwendungszwecke und Standorte geeignet sind. So wurden früher rund um die Ortskerne Streuobstwiesen angelegt. Wer genau darauf achtet, findet auch bei uns auf den Dörfern noch Reste von diesen alten Streuobstwiesen. Heute gibt es deshalb noch immer viele Lokalsorten, die man nur in einem Landstrich findet.

 

Diesen Schatz an Artenvielfalt wollen wir durch die Anlage der neuen Wiese bewahren helfen. Im Intensivobstbau ist diese Vielfalt nicht mehr zu finden – hier gibt es nur wenige marktgängige und „EU-konforme“ Sorten.

Mit großer Begeisterung haben die Baumpaten, fast alles Kinder, die Löcher gegraben und „ihre“ Baumschützlinge eingepflanzt. Gerade bei dem trockenem April und Mai war regelmäßiges gießen für die Hochstämme überlebenswichtig. Aber es hat sich gelohnt, denn alle Bäume sind gut angewachsen!

 

 

 Im Juni haben sich die Baumpaten bereits wieder getroffen, um die Streuobstwiese mit Leben zu erfüllen. Etwa 20 Kinder und ihre Eltern haben an einem Nachmittag zwei große Insektenhotels, drei Greifvogel-sitze, eine Brücke und eine Lagerfeuerstelle gebaut. Es wurde gesägt, gebohrt und geschraubt, Material im Wald gesammelt und eine Brücke konstruiert. Alle Beteiligten haben mit großem Engagement und viel Begeisterung zu diesem tollen Nachmittag beigetragen. Damit haben wir den ersten Schritt gemacht, die Wiese zu einem Refugium für Kinder, Tiere und Pflanzen zu entwickeln. Weitere Aktionen werden folgen. Streuobstwiesen zeichnen sich durch eine besondere Biodiversität aus.

  FOTO: NABU Bad Münder

Denn hier kommen so viele Tier- und Pflanzenarten vor, und hier findet man so viele genetische Ressourcen in Form der Obstsorten wie in keinem anderen Ökosystem in Deutschland. Auf Streuobstwiesen können über 5000 Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Das erklärt ihre hohe Bedeutung für Ökologie und Naturschutz. Der Erhalt bedrohter Obstsorten und ihres genetischen Potentials sind ein wichtiger Grund alte Sorten neu zu pflanzen.

Dieses ökologische Potential kann eine Streuobstwiese aber nur bei richtiger Bewirtschaftung und Gestaltung entfalten, denn sie stellt ein hochkomplexes Gefüge verschiedenster Faktoren dar: Eine Fülle von Insekten, besonders Hummeln und andere Wildbienen, sorgen für die Bestäubung der Obstbäume und Blütenpflanzen und stehen im Mittelpunkt der Lebensgemeinschaft Streuobstwiese. Deswegen sind die unterschiedlichsten Nistgelegenheiten und Ernährungsmöglichkeiten auch außerhalb der Obstbaumblüte für sie wichtig. Die 2 großen Insektenhotels werden einen ersten Beitrag leisten, dass sich Hummeln und Wildbienen auf der neuen Wiese schnell „zu Hause“ fühlen.

 

Aber auch die Kinder haben das kleine Paradies für sich entdeckt. Über die Wiese tollen, im Bach spielen oder im Schlamm stecken bleiben. Wichtige Kindheitserfahrungen die leider nicht mehr selbstverständlich sind. Ich freue mich über die tolle Beteiligung der Kinder, das große Engagement aller und auf weitere schöne Erlebnisse auf der neuen Streuobstwiese! 

Beitrag: Jens Becker 2015